Ich sitze gerade auf meinem Sofa und lese „Scherbenmond“ als mein Handy vibriert. Genervt schau ich drauf. Joe. Die Nachricht ist von Joe. „Lola, wo bleibst du? Ich warte schon seit einer halben Stunde.“
„Oh, verdammt.“ Murmel ich auf dem Weg nach unten. Ich laufe aus dem Haus, hol mein Fahrrad und fahre Richtung Stadt.
Da steht er. Vor dem Brunnen. Schnell steige ich von meinem Fahrrad ab.
„Da bist du ja endlich. Wir müssen unbedingt an deiner Püntklichkeit arbeiten, Kleines.“ Sagt er mit einem breiten Grinsen. „Ach, halt du doch den Mund.“ Lache ich.
Wir gehen zu ihm. Währrend er den Hund holt, stelle ich mein Fahrrad ab. Er braucht ein wenig, deswegen schaue ich mich um und merke dabei, dass meine Schläfe pockert. Nein! Nein, nein, nein! Bitte nicht jetzt. Ich bin aufgeregt. Ich kenne ihn doch aber schon ewig. Seit ich 4 Jahre alt bin. Warum bin ich dann jetzt so aufgeregt, dass meine Schläfe pockert?
Ich habe keine Zeit mehr darüber nachzudenken, denn Joe kommt mit seinem Hund Yoshi schon aus der Haustür. Lächelnd streichle ich ihn. Wir gehen eine Weile und irgendwann nimmt er meine Hand und flüstert: „Lola? Weißt du noch? Als wir uns mal im Winter getroffen haben, haben wir auf der alten Burg eine Schneeballschlacht gemacht und du bist in den Schnee gefallen?“ „Ja, weiß ich noch.“ Schäme ich mich. Meine Güte, warum schäme ich mich? Damals war es mir nicht peinlich.
Er nimmt meine Hand und ich merke, dass ich rot werde wie eine Tomate. Er auch. „Hey, was ist los? Ist dir das unangenehm?“ „Joe, lass uns einfach mit Yoshi Gassi gehen. Ich weiß es doch selber nicht.“ Doch, ich weiß es. Ich bin verliebt. Verliebt in Joe.
Wir spazieren lange und kuscheln bei ihm zu Hause. Soll ich es ihm sagen?
„Joe?“ – „Lola?“ fragt er freundlich. „Ich … ähm … ne schon gut.“ „Sag schon.“ Lacht er. „Ich muss nach Hause.“ Wann bin ich so feige geworden?
Wir stehen eine Weile da und schauen uns an. Er hat so schöne Augen. Nun umarmt er mich herzlich, lieb und innig. Mit einem „Tschauitschiu“ verabschieden wir uns. Wann das entstanden ist, wissen wir selber nicht.

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